Globalisierung und Bienen

Frau Karin Wiesmann, Imkerverein Isny

Vortrag an der NTA 

25.10.2018

Globalisierung – wer denkt da nicht an riesige Containerschiffe, die die Weltmeere durchkreuzen, hoch beladen mit Textilien aus China oder Autos aus Deutschland. Was haben denn da die kleinen Bienen mit Globalisierung zu tun? Unsere Lehrerin für Wirtschaft, Sozialkunde und Englisch, Frau Ursula Steiner, hatte die Idee, die Biologie mit der Weltwirtschaft zu verknüpfen und die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Biotechnologischer Assistent schon bestens in die ökonomischen Aspekte des Themas eingeführt. Globalisierung als zunehmende Verflechtung in der Politik, der Wirtschaft, der Kultur – da darf doch auch die Umwelt nicht fehlen. Und hier kommen die Bienen ins Spiel. 

Als Expertin zum Thema Bienen kam Frau Karin Wiesmann vom Imkerverein Isny gerne der Einladung von Frau Steiner nach, zum Thema Globalisierung und Bienen vor den Schülerinnen und Schülern zu referieren. Und was man von ihr alles lernen konnte! Wer hätte gedacht, dass die Biene wegen ihrer Bestäubungsleistung nach Rindvieh und Schwein das drittwichtigste Nutztier bei uns ist. Dass es kein Gemüse gäbe ohne die Bienen. Dass im Stadtgebiet Berlin mehr Bienenvölker pro km2 zu finden sind als in Baden-Württemberg. 

Besonders spannend waren die Ausführungen von Frau Wiesmann zum eigentlichen Thema. Der weltweite Verkauf von Bienenvölkern oder die Wanderimkerei zur Bestäubung von Monokulturen haben zur Folge, dass auch Schädlinge der Honigbienen, die früher nur lokal eine Rolle spielten, rasch weltweit auftreten. Der Kleine Beutenkäfer, ein tödlicher Parasit von Völkern der Honigbiene, ist indigen in Afrika und hat sich seit 1996 von den Hafenstädten der Ostküste aus rasant über die gesamte USA verbreitet. Und die Varroamilbe, in Deutschland die Hauptursache des seuchenartigen Bienensterbens, stammt aus Südost-Asien und wurde wohl unter anderem über die Transsibirische Eisenbahn in Europa eingeschleppt. Globalisierung und Bienen heißt also leider vor allem: Globalisierung und Bienensterben.

In der an den Vortrag anschließenden Fragerunde nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, alles zu fragen, was sie schon immer über Bienen oder Honig wissen wollten und fanden in Frau Wiesmann eine geduldige und kompetente Auskunftgeberin.

Das Berufskolleg Biotechnologie der NTA bedankt sich herzlich bei Frau Steiner für die  ausgezeichnete Idee und bei Frau Wiesmann für den hoch interessanten Vortrag und die geduldige Beantwortung aller Fragen.