Naturwissenschaftlich-Technische Akademie Prof. Dr. Grübler (nta) in Isny im Allgäu startet LED-Matrix an der Gebäudefassade

Fast jeder in Isny kennt den Durchgang, der auf dem Weg vom Schulzentrum über den Campus der nta in Richtung Kurhaus und Busbahnhof führt. Dieser Bereich der Seidenstraße, der im Herzen der nta liegt und vor wenigen Jahren durch die Stadt aufwendig saniert wurde, erstrahlt nun in neuem Licht.

Pünktlich zur Weihnachtszeit kann nun auch die nta mit einer Illumination der besonderen Art aufwarten. Vor fast einem Jahr entstand die Idee einer neuen Lichtinstallation auf dem Campus, einer LED-Matrix aus 182 farblich variierbaren Pixeln. Die Projektarbeit des Fachbereichs Informatik wurde von den Studenten Rainer Kathan und Steffen Rohrer realisiert. „Das größte Problem war die Befestigung der LEDs hinter den Glasbausteinen im großen Hörsaal“, berichten die beiden Informatik-Studierenden im 3. Semester. Es dauerte knapp ein halbes Jahr bis mehr durch Zufall eine Lösung gefunden wurde. Und zwar in Form einer haushaltsüblichen Frischhaltedose. In diesen Dosen wurden die LED-Module inklusive einer Platine mit je einer Diode in Rot, Grün und Blau sowie deren Kabel befestigt. Der Deckel dient als optischer Diffusor, um das Licht der Dioden weicher zu machen. Wer jeden Morgen seine Wurstsemmel in die Frischhaltedose legt, weiß indes: Die Dosen werden ohne die für das Projekt nötigen Bohrungen für die Ein- und Auslässe der Verkabelung geliefert. Auch eine Halterung für die Platine findet sich zwischen Leberkäs und Salatblatt eher selten. In mühevoller Einzelarbeit bauten die beiden engagierten Informatikstudis daher jede einzelne der 182 Dosen für die Matrix um und realisierten darüber hinaus noch die aufwendige Steuerungstechnik bis hin zur Verlötung der Platinen.  Auf der Softwareseite bedurfte es eines umfangreichen Codes, welcher ebenfalls von den Studierenden selbst geschrieben wurde. Dieser baut auf einer ganzen Menge offener Standards auf und war zum Zeitpunkt der Benotung durch die beiden Fachdozenten der nta, Prof. Dr. Xiaolin Zhou und Benno Gerum,  über 3.000 Zeilen stark.

Alles zusammen bildet jetzt die neue steuerbare Bildfläche mit 182 Pixeln an der Außenseite des großen Hörsaal-Gebäudes der nta. Mit der Matrix ist es möglich, einfache Grafiken, Animationen und Lauftexte darzustellen. Und dann haben sich Rainer Kathan und Steffen Rohrer für die Isnyer noch einen besonderen Clou ausgedacht: Jeder, der ein Smartphone besitzt, kann sich beim Vorbeigehen über ein lokales offenes W-LAN Netzwerk mit der Installation verbinden. Ist man erstmal eingeloggt, kann man verschiedene Spiele wie z. B. das allseits bekannte Tetris selber steuern. Es ist geplant, die Installation täglich ab dem 1. Dezember zwischen 18:30 und 21:30 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Es ist zwar noch nicht ganz perfekt, deswegen bitten wir eventuelle Störungen zu entschuldigen. Doch wir sind sehr, sehr stolz, dass unseren eigenen Studierenden dieses herausragende Projekt mit wirklich überschaubaren finanziellen Mitteln realisiert konnten. Großer Dank gilt auch den betreuenden Dozenten und den tatkräftigen Unterstützern aus dem Kreis der Mitarbeiter und Schüler im Ausbildungsgang AIK (Assistent für Informations- und Kommunikationstechnik). Sie alle haben beigetragen, dass man jetzt auch an unserer Fassade ablesen kann, was alles in der nta steckt.“, so Geschäftsführer Niels Helle-Meyer.

Wer mehr erfahren möchte z. B. über die Power Injektoren, die zwei Arduino Mega, die den Datenbus steuern, und das Rendering, kann übrigens am 27. November um 18.30 Uhr auf den Campus der nta kommen. Dort wird das Projekt „angeknipst“ und die beiden Studierenden stehen für Fragen des interessierten Publikums zur Verfügung.